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Seit meinem Auszug aus dem Elternhaus vor über 21 Jahren bin ich zehnmal umgezogen. Im Schnitt also alle zwei Jahre. Freiwillig, unfreiwillig, mit wenig Zeug, mit viel Zeug, alleine, mit Familie. Kurz: Ich kenne Umzüge in allen Varianten. 😊
Und als wäre das nicht genug, steht in ein paar Monaten schon der nächste Umzug an: Wir sanieren die oberen Etagen unseres Mehrfamilienhauses und ziehen dann von unten nach oben. Klingt einfach – ist es aber nur, wenn man gut vorbereitet ist.
Dieser Artikel ist für alle, die bald umziehen und sich fragen:
· Wo fange ich an?
· Wie packe ich sinnvoll?
· Was lohnt sich überhaupt noch mitzunehmen?
· Und wie verhindere ich, dass ich kurz vor dem Umzug völlig die Nerven verliere?
Die wichtigste Erkenntnis zuerst:
Ein Umzug ist kein Transport-, sondern ein Entscheidungsprozess
Viele denken beim Thema Umzug sofort an Kisten, Schleppen und Transporter. Aus meiner Erfahrung ist das aber nur die Spitze des Eisbergs. Der eigentliche Umzug passiert vorher – in deinem Kopf und in deinen Entscheidungen.
Jedes Teil, das du behältst, muss organisiert, verpackt, getragen, transportiert und im neuen Zuhause wieder untergebracht werden. Deshalb entscheidet nicht nur der Umzugstag darüber, wie stressig ein Umzug wird, sondern alles, was du Wochen davor (oder eben nicht) getan hast.
Genau deshalb beginnt ein stressfreier Umzug nicht mit Kartons, sondern mit Struktur. Die folgenden Tipps bauen auf dieser Erkenntnis auf und zeigen dir Schritt für Schritt, wie du frühzeitig Entscheidungen triffst, sinnvoll packst und den Überblick behältst – damit dein Umzug nicht im Chaos endet, sondern sich gut anfühlt.
Tipp 1: Umzug vorbereiten – Rechtzeitig ausmisten und entrümpeln

Der grösste Fehler, den ich immer wieder sehe: Menschen warten mit dem Aussortieren, bis die ersten Kartons im Wohnzimmer stehen. Dann fehlt Zeit, Energie und die emotionale Distanz.
Idealerweise beginnst du mehrere Wochen – besser Monate – vor dem Umzug damit, deinen Besitz kritisch zu hinterfragen. So entsteht kein Druck, alles auf einmal entscheiden zu müssen, und du kannst in Ruhe Raum für Raum vorgehen.
Behalte nur, was zu deinem aktuellen Leben passt
Beim Aussortieren hilft eine ehrliche Perspektive: Nicht dein früheres Leben ist entscheidend und auch nicht dein Wunsch-Ich, sondern dein Alltag heute. Dinge, die theoretisch noch nützlich sein könnten, aber seit Jahren ungenutzt herumliegen, blockieren Platz und Energie. Ein Umzug ist eine hervorragende Gelegenheit, sich bewusst von Altlasten zu trennen und nur das mitzunehmen, was dich wirklich unterstützt.
Mache dir bewusst: Ein Umzug ist die beste (und ehrlichste) Inventur deines Besitzes. Alles, was du jetzt einpackst, trägst du:
- in Kartons
- in den Transporter
- ins neue Zuhause
- und oft jahrelang weiter mit dir herum
Meine goldenen Ausmist-Fragen:
- Habe ich das im letzten Jahr benutzt?
- Würde ich es heute nochmal kaufen?
- Passt es wirklich zu meinem aktuellen Leben?
- Macht es mir das Leben leichter – oder nur voller?
Wie du Hürden beim Ausmisten überwindest und welche weitere Fragen dir bei der Entscheidung helfen können, erfährst du in meinem Artikl: AUSMISTEN: 7 Stolpersteine und wie du sie überwindest
Typische Umzugs-Ausmist-Kategorien:
- Kleidung (vor allem „Vielleicht-passt-es-irgendwann“-Teile)
- Küchenutensilien (Hallo 7. Pfannenwender 👋)
- Deko
- Bücher
- Kindersachen
- Keller- und Abstellraum-Schätze
💡 Plane fürs Aussortieren wirklich mehr Zeit ein, als du denkst. Entscheidungen kosten Energie – das ist völlig normal.
Tipp 2: Verkaufen, spenden, entsorgen – mit System
Aussortieren ist das eine. Loswerden das andere. Gut erhaltene Dinge lassen sich natürlich noch gut verkaufen. Das winkende Geld kann sehr motivierend sein, aber auch extrem bremsen. Wenn du versuchst, jedes aussortierte Teil zu Geld zu machen, wird der Umzug schnell zur Dauerbaustelle.
Setze dir deshalb feste Zeitfenster: Was bis zu einem bestimmten Datum nicht verkauft ist, darf gehen. So bleibt der Prozess handhabbar und du vermeidest Kisten voller „Vielleicht-verkaufe-ich-das-noch“-Teile.
Erfahre hier mehr über das Entsorgung nach dem Ausmisten
Tipp 3: Sperrmüll & Entsorgung früh planen
Entsorgung wird oft unterschätzt. Sperrmülltermine, Recyclinghöfe und Sonderabfälle brauchen Planung – manchmal Wochen im Voraus. Wer das ignoriert, hat kurz vor dem Umzug plötzlich grosse Möbelstücke im Weg stehen. Plane Entsorgung also als festen Bestandteil deiner Umzugsvorbereitung mit ein.
💡 Hast du wirklich viel zu entsorgen, bestell dir eine Mulde. Du sparst die Wege zur Entsorgung und brauchst kein grosses Fahrzeug.
Tipp 4: In Etappen arbeiten – nicht alles auf einmal
Ein Umzug lässt sich nicht sinnvoll an einem einzigen Wochenende erledigen. Wer es trotzdem versucht, gerät schnell unter Druck und verliert den Überblick. Viel entspannter wird es, wenn du den Umzug als Prozess begreifst, der sich über mehrere Wochen erstreckt.
Statt alles gleichzeitig anzugehen, arbeitest du Schritt für Schritt. Du beginnst mit Dingen, die du im Alltag kaum brauchst, und näherst dich erst zum Schluss den Bereichen, die täglich in Gebrauch sind. So bleibt dein Zuhause möglichst lange funktionstüchtig – und dein Kopf frei.
Aus meiner Erfahrung hat sich diese Reihenfolge bewährt: Zuerst packst du alles ein, was selten genutzt wird, wie Deko, Bücher oder saisonale Gegenstände. Danach folgen Räume, die keine zentrale Alltagsfunktion haben, etwa Keller, Abstellräume oder Gästezimmer. Ganz zum Schluss kümmerst du dich um Küche, Bad und Kinderzimmer.
Dieses Vorgehen verhindert den typischen Umzugsstress kurz vor dem Termin. Dein Alltag bleibt stabil, du musst nicht aus halbfertigen Kartons leben – und kannst deutlich entspannter packen.
Tipp 5: Richtig Packen für den Umzug

Beim Packen gilt eine einfache, aber entscheidende Regel: Denke immer in Räumen – nicht in Kategorien.
Auch wenn es auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, alle Bücher oder alle Kabel zusammenzupacken, macht genau das den Umzug unnötig kompliziert. Bücher aus dem Schlafzimmer haben im neuen Zuhause einen anderen Platz als Bücher aus dem Wohnzimmer.
Wenn du konsequent raumweise packst, ist von Anfang an klar, in welchen Raum jeder Karton gehört. Das erleichtert nicht nur den Umzugstag selbst, sondern vor allem das Ankommen im neuen Zuhause. Kartons werden direkt im richtigen Raum abgestellt, das Auspacken geht schneller und du vermeidest das typische Suchspiel nach Dingen, die irgendwo „logisch“ verpackt, aber praktisch unauffindbar sind.
Verpackungsmaterial
Genauso wichtig wie die Packweise ist das Material, das du verwendest. Einheitliche, stabile Kartons lassen sich besser stapeln, sicherer tragen und sauber organisieren. Unterschiedliche Grössen, dünne Qualität oder improvisierte Kisten wirken zunächst sparsam, rächen sich aber spätestens beim Tragen – für deinen Rücken und für deine Nerven. Neben Umzugskartons brauchst du auch weiteres Verpackungsmaterial:
– Seidenpapier oder Zeitung: zum Einwickeln von zerbrechlichen Gegenständen
– Luftpolsterfolie: zum Schutz von Bildern und Möbel
– Stretchfolie: zum Schutz von Polstern, Möbeln und um lose Dinge beieinander zu halten
– Klebeband: um die Folien zu fixieren oder Kartons zu stabilisieren
– Dicke Filzmarker: für die Beschriftung der Kartons und Folien
– Etiketten oder Maler-Kreppband: kannst du an Zimmertüren oder auf Kisten kleben, um hilfreiche Beschriftungen zu machen
Kisten richtig packen
– Achte auf das Gewicht, damit die Kisten auch noch gut getragen werden können. 15-20kg sollten nicht überschritten werde – dieses Gewicht ist vor allem bei Büchern schnell erreich
– Leg schwere Sachen nach unten, leichte Dinge obendrauf
– Wickle zerbrechliches grosszügig in Luftpolsterfolie oder Seidenpapier ein. Du kannst zur Polsterung auch Decken oder Handtücher verwenden
Nicht alles muss in Kisten
– Kleidung kannst du gut in Koffern verstauen
– Bettwäsche, Handtücher etc. können auch in Taschen oder Müllsäcken transportiert werden
Wertsachen selber transportieren
Um auf Nummer sicher zu gehen, nimmst du Wertsachen wie teuren Schmuck, Erbstücke oder anderes selbst mit zum neuen Wohnort. Wenn es einfacher ist, kannst du diese Dinge auch bei Freunden oder Familie zwischenlagern und später abholen.
Noch nicht einpacken
Einige Dinge wirst du am Umzugstag evtl. noch benötigen. Ich habe mir immer eine Umzugstagkiste gepackt, in der ich folgende Dinge hatte:
– Erste-Hilfe-Tasche
– Werkzeug
– Putzmittel und Mülltüten
– Toilettenpapier
– Getränke und Snacks
Einen „1. Tag-Karton“ packen
Nach einen anstrengenden Umzug, schafft man es nicht immer, alles nötige am ersten tag auszupacken. Diese Kiste ist Gold wert und nimmt komplett den Stress raus.
Packe eine Kiste mit allen wichtigen Dingen und Klamotten für die erste Nacht und den ersten Tag.
– Schlafkleider, Bettwäsche
– Handtücher
– Klamotten für den nächsten tag
– Hygieneartikel
– Lebensmittel – nur das nötigste (gönnt euch den Pizzadienst 😉)
– Getränke
– Geschirr und Besteck
– Ein paar Spielsachen für die Kinder
Tipp 6: Kartons richtig beschriften

Die Beschriftung von Kartons wird beim Umzug oft unterschätzt. Dabei ist sie einer der grössten Stressfaktoren überhaupt. Ein Karton mit der Aufschrift „Diverses“ hilft weder dir noch deinen Helfer:innen – im Gegenteil: Er sorgt fast garantiert für Sucherei.
Gute Beschriftung beantwortet auf einen Blick drei einfache Fragen: In welchen Raum gehört der Karton? Was ist ungefähr darin? Und brauche ich den Inhalt sofort oder kann er noch warten? Je klarer das ist, desto entspannter der Umzug.
Statt nur „Küche“ auf einen Karton zu schreiben, darf es ruhig etwas genauer sein. Zum Beispiel: Küche – Schublade links / Kochbesteck / wichtig. Das klingt vielleicht nach einem kleinen Detail, macht aber einen riesigen Unterschied. Kartons landen direkt im richtigen Raum, Prioritäten sind sofort klar – und niemand muss raten oder nachfragen.
Ein weiterer kleiner Helfer mit großer Wirkung ist eine einfache Kartonliste. Du brauchst dafür kein ausgeklügeltes System und ganz sicher keine 20-seitige Excel-Tabelle. Schon nummerierte Kartons mit kurzen Stichworten reichen völlig aus. So behältst du jederzeit den Überblick, weißt, wie viele Kartons es insgesamt sind, was sich wo befindet und ob etwas fehlt.
Gerade bei grösseren Umzügen oder wenn mehrere Personen mithelfen, bringt diese Übersicht erstaunlich viel Ruhe in den Prozess.
Tipp 7: Umzugscheckliste nutzen
Neben dem Packen laufen unzählige kleine Aufgaben parallel, die man leicht vergisst, wenn sie nicht an einem zentralen Ort gesammelt werden. Genau hier ist eine hilft eine Umzugscheckliste.
Denn ein Umzug bedeutet nicht nur Ausmisten und Einpacken, sondern auch Kündigungen, Ummeldungen, Termine koordinieren, Umzugsunternehmen beauftragen, Mietverträge auflösen, Versicherungen anpassen, Nachsendeauftrag erteilen, neue Wohnung ausmessen, Umzugshelfer suchen, Zählerstände ablesen, Adressänderung melden, Schlüsselübergabe vereinbaren und und und
Da kann sich ein Umzug schnell überwältigend anfühlen.
Eine gute Checkliste sorgt dafür, dass du jederzeit den Überblick behältst. Sie hilft dir, Aufgaben sinnvoll zu priorisieren, nichts zu vergessen und den Umzug Schritt für Schritt abzuarbeiten. Ob du diese Liste analog auf Papier führst oder digital – entscheidend ist, dass alles an einem Ort gesammelt ist und du nicht ständig überlegen musst, ob da noch etwas offen war.
Bei der Post findest du eine sehr ausführliche und gut strukturierte Umzugs- und Pack-Checkliste, an der du dich orientieren kannst. Sie deckt viele typische Aufgaben ab und eignet sich hervorragend als Startpunkt, den du dann auf deine persönliche Situation anpasst.
Wichtig dabei: Jede Familie, jede Wohnung und jeder Umzug ist anders. Eine Checkliste ist kein starres Korsett, sondern ein Werkzeug. Streiche, ergänze und passe sie so an, dass sie zu deinem Alltag passt – gerade mit Kindern oder einem vollen Terminkalender.
Überblick behalten – digital unterstützt, wenn es passt
Gerade bei grösseren Umzügen oder wenn mehrere Personen beteiligt sind, kann es hilfreich sein, den Überblick digital zu organisieren. Eine App kann dabei unterstützen, Aufgaben, Möbel, Kosten und Termine an einem Ort zu bündeln.
Die SmartMove App ist eine solche Lösung, die speziell für die Umzugsplanung entwickelt wurde. Dort kannst du Möbellisten erstellen, To-do-Listen führen, Umzugskosten im Blick behalten und sogar Raum- und Möbelmasse zentral erfassen.
Ob du mit einer klassischen Checkliste arbeitest oder dir zusätzlich digitale Unterstützung holst, ist letztlich Geschmackssache. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern dass du deinen Umzug sichtbar machst – und ihm damit Schritt für Schritt den Schrecken nimmst.
Tipp 8: Organisiere Umzugshelfer und Dienstleister frühzeitig
Umzugsfirmen, Putzdienste oder helfende Freunde sind oft schnell ausgebucht. Frühzeitige Planung spart Geld, Stress und unangenehme Überraschungen. Klare Absprachen im Vorfeld verhindern Chaos am Umzugstag.
Wenn Freunde oder Familie mit anpacken, lohnt es sich doppelt, auch an das Drumherum zu denken. Gut versorgte Helfer kommen nicht nur lieber, sie kommen im besten Fall auch gern wieder 😉 Snacks, Getränke, Kaffee, Wasser – und ja, das wohlverdiente Feierabendbier nach getaner Arbeit gehören einfach dazu.
Und ganz wichtig, gerade mit Kindern: Überlege dir im Voraus, wer sich am Umzugstag um die Kinder kümmert – oder sie zumindest zeitweise betreut, während Möbel geschleppt, aufgebaut oder montiert werden. Das entlastet nicht nur dich, sondern sorgt auch dafür, dass der Umzug für alle Beteiligten entspannter abläuft.
Tipp 9: Der Umzugstag ist kein Organisationstag

Am Umzugstag selbst sollte niemand mehr überlegen, diskutieren oder spontan Entscheidungen treffen müssen. Alles, was Planung, Absprachen oder Hirnschmalz braucht, gehört in die Tage (oder Wochen) davor.
Der Umzugstag ist reiner Transport. Punkt.
👉 Nicht mehr planen. Nur noch tragen, fahren, abstellen.
Damit das klappt, sollte vorher alles stehen:
· Die Kartons sind klar und gut beschriftet
· Die Räume sind definiert
· Alle Helfer wissen, was sie tun und wohin was gehört
Je weniger offene Fragen es gibt, desto ruhiger läuft der Tag ab –
und desto größer ist die Chance, dass du abends müde, aber zufrieden zwischen Kartonstapeln sitzt statt völlig genervt auf dem Boden zu hocken 😄
Tipp 10: Ankommen im der neuen Wohnung – richtig starten
Viele machen sich nach dem Umzug unnötig Druck, sofort alles „fertig“ haben zu wollen. Aber ein neues Zuhause braucht Zeit. Erlaube dir, erst anzukommen, bevor du optimierst. Ordnung entsteht Schritt für Schritt – genau wie das Gefühl von Zuhause.
Meine klare Prioritätenliste für die ersten Tage:
1. Küche
2. Kinderzimmer
3. Badezimmer
Sobald diese Bereiche einsatzbereit sind, kehrt automatisch Ruhe ein. Alles andere darf warten.
Perfektion ist jetzt nicht das Ziel. Funktion schon. Und alles andere wächst mit der Zeit.
Fazit
Ein Umzug muss nicht im Chaos enden – mit ein bisschen Planung, Ausmisten und cleverem Packen kannst du richtig entspannt bleiben. Fang früh an, setz Prioritäten und arbeite Schritt für Schritt, dann fühlt sich alles gleich viel leichter an. Am Umzugstag selbst heisst es nur noch: tragen, abstellen, durchatmen – und den ersten Abend im neuen Zuhause geniessen. So wird nicht nur der Umzug stressfrei, sondern du startest gleich richtig schön in dein neues Kapitel.
Planst auch du demnächst einen Umzug und hast weitere Tipps, die du teilen möchtest ➡️ Schreib es in die Kommentare ☺️







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