AUSMISTEN: 7 Stolpersteine und wie du sie überwindest

Juli 23, 2023 | Ordnung

Möchtest du dein Zuhause endlich in eine Oase der Ordnung verwandeln? Bist du auf der Suche nach Klarheit und Einfachheit, sehnst dich danach, ein minimalistisches Leben zu führen? Wenn das der Fall ist, dann ist es höchste Zeit fürs Ausmisten!

Im Laufe der Zeit häufen sich in unserem Leben unzählige Dinge an. Schnell ist etwas gekauft, wenn wir es dringend benötigen oder es uns gefällt. Doch was ist mit den Gegenständen, die wir nicht mehr mögen oder die keinen Nutzen mehr haben? Oftmals verbleiben sie dennoch in unserem Leben. Diese Dinge werden zu einem Ballast, der unserer Räume und unsere Köpfe verstopft.

Es lohnt sich daher immer mal wieder, auszumisten. Doch diese Aufgabe gestaltet sich häufig schwieriger als gedacht.

In diesem Blogartikel möchte ich dir die 7 grössten Stolpersteine beim Ausmisten vorstellen. Wenn du diese Hürden kennst, kannst du ihnen selbstbewusst begegnen oder sie von Anfang an vermeiden.

So steht einer entrümpelten und klaren Wohnatmosphäre nichts mehr im Wege!

Und hier kommen sie, die 7 grossen Stolpersteine beim Ausmisten und wie du sie überwindest:

1. EmotionEN

Das Loslassen von Gegenständen, die mit Erinnerungen oder starken Emotionen verbunden sind, kann eine äusserst schwierige Aufgabe sein.

Wichtig ist zu verstehen, dass Erinnerungen in deinem Herzen und in deinem Gedächtnis leben, nicht in einem Gegenstand. Der Gegenstand dient lediglich als Auslöser. Sollte er verschwinden, bleibt die Erinnerung trotzdem bestehen.

Beginne aber beim Ausmisten mit Gegenständen, welche keinen starken sentimentalen Wert haben, beispielsweise in Bad oder Küche. Indem du dich zuerst von diesen leichter entbehrlichen Dingen trennst, kannst du deine Entscheidungskraft stärken und dich später den emotionalen Dingen zuwenden, wie etwa Babysachen, alten Fotos oder Andenken an Verstorbene Personen. Verliere dich dabei nicht in den Erinnerungen! Mache dir deine Ziel bewusst: zu entscheiden, was du behalten möchtest.

Überleg dir sorgfältig, welche Erinnerungs- und Erbstücke du behalten möchtest. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch. Du kannst dich aber an folgenden Grundsatz halten:

Behalte nichts, was negative Gefühle in dir auslöst, so wie Ärger, Schuld, Wut, Reue, Angst oder Scham. Diese Dinge tun nichts Gutes für dich und halten dich ab, freien Herzens im Hier und Jetzt zu leben und deine Zukunft zu gestalten.

Behalte, was dich zum Lächeln bringt, und was auch in weiter Zukunft noch diese schöne Bedeutung für dich haben wird. Dinge, die dein Leben bereichern und mit denen du nur gute Erinnerungen verknüpfst, dürfen bleiben.

Gib diesen besonderen Dingen, welche du zum Bleiben ausgesucht hast, dann einen festen Platz in deinem Zuhause.

Es gibt viele praktische und kreative Möglichkeiten, Erinnerungen aufzubewahren. In meinem Artikel Emotionale Dinge ausmisten: Was tun mit den Erinnerungsstücken? zeige ich dir einige konkrete Möglichkeiten.

2. Fehlende Organisation und Zeitmanagement beim Ausmisten

Der Ausmisteffekt kann schnell ausbleiben, wenn du dir zum Beispiel vornimmst, deine gesamte Wohnung auszumisten, es aber ohne Plan und Struktur angehst.

Ein gut durchdachter Ausmist-Plan ist entscheidend für den Erfolg dieses Vorhabens.

Also erstelle dir vorab einen Plan, denn du dann Schritt für Schritt abarbeiten kannst.

Überlege im Voraus, welche Räume und Gegenstandskategorien du durchgehen möchtest. Setze Prioritäten und entscheide, welche Bereiche oder Gegenstände dir besonders wichtig sind und wo du den grössten Bedarf für das Ausmisten siehst.

Lege dir Termine in deinem Kalender fest, in denen du dich ganz dem Ausmisten widmest. So gibst du dem Vorhaben die nötige Struktur und verhinderst, dass es auf die lange Bank geschoben wird. So gehst du deinen Plan Schritt für Schritt durch und bleibst motiviert.

Organisiere dir ausserdem verschiedene Behälter, um Gegenstände zu sortieren, Du könntest beispielsweise eine Box für Dinge, die du behalten möchtest, eine für Sachen zum Spenden und eine für den Müll bereithalten. Dadurch behältst du den Überblick und kannst die ausgemisteten Dinge anschliessend unkompliziert entsorgen oder weitergeben.

3. Überforderung beim Ausmisten

Oft scheitern wir schon, bevor wir überhaupt angefangen haben. Da ist überhaupt nicht ungewöhnlich. Besonders, wenn du schon länger nicht mehr ausgemistet hast, kann sich die Aufgabe wie ein unüberwindbares Hindernis anfühlen. Du weisst nicht, wo du anfangen sollst und zweifelst vielleicht sogar daran, ob du es überhaupt schaffen kannst. Womöglich zögerst du dann oder fängst gar nicht erst an, dein Ausmistprojekt anzugehen.

Doch glaube mir, du kannst es schaffen!

Beginne mit kleinen Schritten und setze dich nicht unter Druck. Fokussiere dich zunächst auf einen kleinen Teilbereich deiner Wohnung, sei es ein Raum, ein Schrank, eine Schublade oder eine bestimmte Kategorie von Gegenständen. Du musst auch nicht immer sehr viel Zeit am Stück investieren. Plane Ausmisteinheiten so in deinen Alltag ein, dass es für dich passt – selbst kurze Ausmist-Sessions oder das gelegentliche «nebenbei» Ausmisten können effektiv sein. Wichtig ist, dass du den ersten Schritt machst und kontinuierlich dranbleibst.

Stolpersteine beim Ausmisten

4. Ablenkung und Störfaktoren beim Ausmisten

Du kennst es sicher: Du bist gerade dabei, dich einer Aufgabe zu widmen, und plötzlich rufen die Kinder nach dir, die Katze will schmusen, das Handy leuchtet verlockend oder deine Mutter ruft an. Ehe du dich versiehst, hast du den Faden verloren und weißt nicht mehr genau, was du eigentlich vorhattest.

Ähnlich kann es dir auch beim Ausmisten passieren, wenn du nicht mit einer klaren Strategie vorgehst.

Setze dir feste Termine in deinem Kalender an denen du möglichst ungestört an deinem Ausmist-Projekt arbeiten kannst. Plane dabei gerne kurze, aber konzentrierte Einheiten, die gut in deinen Alltag passen.

Solltest du dennoch mal unterbrochen werden, dann kehre so bald wie möglich zurück zum Ausmisten. Behalte dein Ziel vor Augen und bringe es konsequent zu Ende. Das bedeutet, dass die aussortierten Dinge umgehend entsorgt, verschenkt oder gespendet werden. Erst wenn die Gegenstände tatsächlich aus dem Haus sind, ist das Projekt erfolgreich beendet.

5. Ausmisten, was nicht dir gehört

Sobald du mit dem Ausmisten beginnst, wirst du möglicherweise schnell Gefallen daran finden. Doch Vorsicht bei Dingen, die nicht dir gehören. Entsorge nicht einfach ungenutztes Spielzeug oder defekte Teddybären deiner Kinder. Respektiere das Eigentum der anderen Familienmitglieder und beziehe sie bei der Entscheidung mit ein. Wenn sie (noch) nicht bereit sind, sich von Dingen zu trennen, akzeptiere das. Du kannst deinen Partner und deine Kinder in den Ausmistprozess einbeziehen und ihnen erklären, warum es dir wichtig ist, aber zwinge sie nicht dazu.

6. Entscheidungsfindung beim Ausmisten

Das Treffen von Entscheidungen darüber, was du behalten möchtest und welche du loslassen solltest, kann wirklich eine grosse Herausforderung sein. Es ist jedoch hilfreich, sich bestimmte Fragen zu stellen, die dich bei dieser schwierigen Aufgabe unterstützen können. Zum Beispiel könntest du dich fragen: «Habe ich den Gegenstand im letzten Jahr überhaupt verwendet?» oder «Bringt mir der Gegenstand wirklich Freude?».

Um dir den Ausmistprozess zu erleichtern, habe ich dir folgend einige weitere Entscheidungshilfen zusammengestellt, die dir helfen, klarer zu sehen und dich besser von überflüssigen Dingen zu trennen:

Behalten

  • Der Gegenstand gibt mir ein gutes Gefühl, er macht mich glücklich
  • Ich benutze den Gegenstand sehr häufig, er ist für mich nützlich und unentbehrlich
  • Sollte der Gegenstand kaputt oder verloren gehen, würde ich ihn auf jeden Fall wiederkaufen
  • Der Gegenstand hat einen besonderen Wert für mich/ich habe eine Leidenschaft für den Gegenstand

Weggeben

  • Ich wäre nicht traurig, wenn ich den Gegenstand verlieren würde
  • Ich würde mir den Gegenstand nicht noch einmal kaufen
  • Ich habe den Gegenstand in mehrfacher Ausführung, brauche ihn aber nur einmal
  • Der Gegenstand ist kaputt
  • Ich habe den Gegenstand nur, weil «man sowas haben sollte»
  • Ich kann den Gegenstand schnell und kostengünstig ersetzen oder leihen, sollte ich so etwas doch einmal brauchen
  • Ich benutzte den Gegenstand nur 1x im Jahr oder seltener
  • Der Gegenstand bereitet mir keine Freude
  • Der Gegenstand belastet mich, bringt negative Gefühle in mir hervor
  • Ich behalte den Gegenstand nur aus Schuldgefühlen
  • Der Gegenstand stört oder nervt mich
  • Der Gegenstand passt mir nicht/nicht mehr
  • Ich behalte den Gegenstand nur weil: er so teuer war, ein Geschenk war, ein Erinnerungsstück ist
  • Der Gegenstand macht mir mehr Arbeit und Kosten, als dass er mir nützt

7. Entsorgung nach dem Ausmisten

Die Entsorgung der aussortierten Gegenstände ist oft ein vernachlässigter, aber dennoch wichtiger Teil des Ausmistprozesses. Die richtige Methode zu finden, kann eine Herausforderung darstellen.

Für deine aussortierten Dinge stehen dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

Wegwerfen

Informiere dich im Voraus über lokale Recyclingmöglichkeiten, um die Gegenstände umweltgerecht zu entsorgen.

Verschenken/Spenden

Achte darauf, dass du nicht einfach deinen «Müll» bei anderen ablädst. Prüfe, ob die Dinge wirklich noch in einem guten Zustand sind und andere Menschen sich darüber freuen würden.

Spendemöglichkeiten

Soziale Einrichtung, Beispiele: Sozialkaufhäuser, Brockenhäuser, Frauenhäuser, Tierheime, Flüchtlingsheime, Obdachloseneinrichtung, Sammelstellen von Caritas, Samaritern oder Rotes Kreuz, etc.

Verschenken

  • Frage in deinem Familien- oder Bekanntenkreis.
  • Teile die Sachen via WhatsApp- oder Facebook-Status.
  • Biete die Sachen kostenlos via Facebook Marketplace oder eBay Kleinanzeigen an.
  • Stelle die Sachen an die Strasse mit einem Schild »zu verschenken», wurden sie nach 2 Tagen nicht mitgenommen, entsorgst oder verschenkst du sie anderweitig.

Verkaufen

Überlege dir gut, ob du Dinge verkaufen möchtest, da dies einen relativ hohen Zeitaufwand bedeuten kann. Bist du schon geübt im Verkaufen oder wäre dies eine weitere Überwindung für dich? Setze dir auf jeden Fall ein zeitliches Ultimatum. Wirst du die Sachen bis dahin nicht los, dann spende oder entsorge sie.

Bekannte Verkaufsplattformen: kleinanzeigen.de, Ricardo.ch, tutti.ch, Vinted.de/ at., Facebook Marketplace, Amazon Marketplace

Alternativ kannst du deine Sachen auch auf Ankaufsportalen anbieten: Portale wie Sellpy.de/at., momox.de/at., zoks.de, momoxfashion.com kaufen dir deine Sachen gesammelt ab und verkaufen sie dann selbst weiter. Somit hast du weniger Arbeit und weniger Risiko.

Fazit

Das Ausmisten deines Zuhauses kann eine befreiende Erfahrung sein. Aber es gibt einige Herausforderungen, die es sich absolut lohnt, zu überwinden.

Emotionale Bindungen zu Gegenständen solltest du behutsam lösen.

Eine sorgfältige Planung und Organisation helfen dir, den gewünschten Effekt zu erzielen.

Kleine Schritte und Ausmist-Einheiten passend zu deinem Alltag können Überforderung verhindern.

Ablenkungen solltest du vermeiden, indem du dir feste Termine setzt.

Das Eigentum anderer Familienmitglieder musst du akzeptieren und sie gegebenenfalls in den Prozess einbeziehen.

Stelle dir die richtigen Fragen, die dir bei der Entscheidung helfen, ob du Gegenstände behalten, verschenken, spenden oder entsorgen solltest.

Wähle am Schluss die richtige Entsorgungsmethode.

Mit diesen Tipps kannst du dich selbstbewusst dem Ausmisten widmen und dein Zuhause von Ballast befreien. Langfristig wirst du dann mehr Klarheit und Einfachheit erreichen.

Berichte mir von deinen Erfahrungen beim Ausmisten und lass mich gerne wissen, ob dieser Beitrag hilfreich für dich ist.

Sandy-Bank

Hey, ich bin Sandy

Ich bin Sandy und unterstütze vielbeschäftigte Mütter dabei, ihr Zuhause zu organisieren und Struktur sowie Routinen in ihren Alltag zu integrieren.

NEWSLETTER

ABBONIERE MEINEN NEWSLETTER UND SICHERE DIR FÜR 0,- DEN ALLTAGSPLANER.

Du kannst dich jederzeit wieder vom Newsletter abmelden. Mehr zum Thema Newsletterversand erfährst du in meiner Datenschutzerklärung.

Rotho Swiss Design Logo

Erhalte 15% Rabatt auf deine Rotho-Bestellungen mit dem Code Ordnungundstil15

Suche

Ähnliche Beiträge

2 Kommentare

  1. Hallo,

    ich sortiere in diesem Jahr das erste Mal (die Jahre davor immer wieder mal) und empfinde es als sehr befreiend wenn man sich von Sachen trennen kann die einem selber nichts mehr bringen oder die einem nicht mehr gefallen. Aber andere freuen sich vielleicht darüber. Ich stell die Sachen meistens draußen vors Haus mit einem Schild zu verschenken und fast immer waren alle Sachen weg.

    Antworten
    • Liebe Laura Elaine. Danke für deinen Bericht. Das ist doch super – win win – du fühlst dich gut nach dem Aussortieren und jemand anderes hat Freude an etwas „Neuem“ 🙂

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner