Richtig Aufräumen: Der 6-Schritte Fahrplan

Mai 10, 2023 | Ordnung

Ich war ja schon immer ein ordentlicher Mensch und hatte nie grosse Probleme, mich von Dingen zu trennen. Trotzdem gab es auch bei mir schon immer diese Schublade oder diesen Schrank, ja, zwischenzeitlich auch ganze Räume, die ich nicht gern geöffnet habe. Immer wieder nahm ich mir vor dort mal aufzuräumen. Irgendwann tat ich es endlich und schon nach kurzer Zeit sah es wieder ähnlich chaotisch aus. Die Ordnung hielt nicht lange… Das Problem? Ich ging es nicht strukturiert genug an.

In meiner Ausbildung zum Ordnungscoach lernte ich verschiedene Methoden kennen, um Ordnung zu schaffen. Folgend möchte ich dir die 6 Schritte aufzeigen, mit denen man langfristig Ordnung erhält.

Du kannst diesen Fahrplan wirklich auf alle Bereiche deines Zuhauses, deines Büros oder was auch immer anwenden. Er hilft dir, egal ob du nur eine Schublade, einen ganzen Schrank oder ein ganzes Zimmer aufräumen möchtest.

Starte klein

Bevor du dich aber voller Motivation ins Tun begibst, möchte ich dir noch einen wichtigen Tipp vorab geben. Um dich mit dieser Methode vertraut zu machen, rate ich dir klein zu starten. Nimm dir also erst einmal einen kleinen Bereich oder nur eine bestimmte Kategorie vor, bevor du deine ganze Wohnung auf den Kopf stellst. Denn, das wirst du gleich sehen, zuerst einmal wird ein grosses Chaos entstehen. Und ausserdem haben wir als vielbeschäftigte Mamas nur selten Zeit, uns mehrere Stunden konzentriert mit einer Aufgabe zu beschäftigen. Wir müssen stets bereit sein, alles stehen und liegen zu lassen, wenn man uns braucht. Überfordere dich also nicht, sonst riskierst du deine Motivation am Anfang zu verlieren und diese tolle Methode nicht richtig kennenzulernen.

Also los geht’s, nehmen wir uns doch einen Bereich vor, den jeder zu Hause hat und den es sich sicher einmal lohnt aufzuräumen: die Besteckschublade in der Küche.

Schritt #1: Vorbereitung

Suche dir einen Tag und eine Uhrzeit aus, an dem du möglichst ungestört sein kannst.

Stelle dir ein paar Behälter oder Tüten zurecht, die du später für das Sortieren und Ausmisten benötigst. Halte ebenso notwendige Putzutensilien griffbereit. Dann bringe dich in Stimmung, schnapp dir eine Tasse Tee und mach dir gute Musik an.

Schritt #2: Ausräumen

Räume alles aus! Ja, wirklich alles und leg es auf die Küchenplatte, auf einen Tisch oder auf den Boden. Der Bereich, den du aufräumen willst, in unserem Beispiel die Besteckschublade, muss komplett leer sein.

Hast du das erledigt, dann überlege dir, wo du ähnliche Dinge aufbewahrt hast und räume diese ebenfalls aus und lege sie dazu. Wahrscheinlich hast du deine alltäglichen Gabeln, Messer und Löffel zusammen in einer Schublade versorgt. Vielleicht hast du aber das Kinder-oder Kochbesteck in einer anderen Schublade gelagert. Nimm dieses dazu, denn alle Dinge der gleichen Kategorie werden gemeinsam aufgeräumt. Oft haben wir gar nicht auf dem Schirm, wo wir das Zeug überall lagern, also sei hier wirklich gründlich.

Während du ausräumst, kannst du auf deiner Ablagefläche direkt Häufchen mit ähnlichen Dingen machen und Gleiches zu Gleichen legen.

Schritt #3: Sortieren und Kategorisieren

Nun sortierst du deine grossen Häufchen nochmal gründlich in Unterkategorien. Das kann am Beispiel der Besteckschublade so aussehen:

  • Löffel -> Unterkategorien: Suppenlöffel, Kaffeelöffel, Babylöffel
  • Kochbesteck -> Unterkategorien: Kellen, Pfannenwender, Schneebesen
  • Kochmesser -> Gemüsemesser, Tranchiermesser, Rüstmesser

Bist du damit fertig, siehst du auf einen Blick, was du alles besitzt und welche Dinge du in doppelter oder dreifacher Ausführung hast. Hier finden sich plötzlich Dinge wieder, welche schon lange als verschollen galten und oft ist es sehr erstaunlich oder auch erschreckend, was sich da über die Zeit angesammelt hat.

Während Schritt 1 und 2 fällt dir sicher das ein oder andere in die Hand, welches du direkt wegschmeissen möchtest. Tu es, dein erster Erfolg ☺

Schritt #4: Ausmisten

Das ist mein Lieblingsschritt, denn ich empfinde es als sehr befreiend, Dinge loszulassen und zu merken, dass ich auch mit weniger sehr gut klarkomme und nichts vermisse.

Auch ich hatte immer mal Phasen, in denen ich Dinge auf Vorrat gekauft habe, weil sie vielleicht grad im „Sale“ waren oder ich mir dachte «wenn ich mal ganz viel Besuch zu Hause habe, dann brauche ich bestimmt drei Salatbesteck-Garnituren». Oder ich habe mir ein neues Küchenmesser gekauft, weil das Alte nicht mehr schön war, habe das Alte dann aber als Reserve noch in der Schublade gelassen.

Beim Ausmisten kannst du dir solche Denk- und Handlungsweisen bewusst machen und sie einfach mal hinterfragen.

Wenn du bald in einem schönen Küchenutensilien-Shop eine Kaufentscheidung treffen darfst, wird es dir leichter fallen, denn du weisst genau, was du schon besitzt und was du wirklich benötigst.

Weiterer Tipp: Kaufe nichts, was du vielleicht eventuell irgendwann einmal brauchen könntest. Überlege dir, ob du es auch ausleihen kannst und sonst ist heutzutage alles ganz schnell verfügbar – Onlineshopping sei dank 😄

Damit du schnellen Erfolg beim Ausmisten hast, lies unbedingt auch meinen Artikel AUSMISTEN: 7 STOLPERSTEINE UND WIE DU SIE ÜBERWINDEST

Was darf bleiben, was soll weg?

Also, zurück zu unserer nun leeren Besteckschublade. Du stehst nun vor deinen ausgeräumten Dingen, deinen Kategorien-Häufchen. Gehe nun die einzelnen Kategorien durch, nimm jedes Teil in dies Hand und frage dich:

  • Nutzte ich dieses Teil noch – aktuell oder in wirklich absehbarer Zeit?
  • Brauche ich es wirklich mehrmals? Habe ich einen Favoriten?
  • Funktioniert es noch?
  • Gefällt es mir noch?

Je nachdem, was du aussortierst, können andere Fragen sinnvoll sein. Für den Kleiderschrank könnten die Fragen so aussehen:

  • Bringt es mir Freude?
  • Wann habe ich es zuletzt getragen?
  • Fühle ich mich wohl darin?
  • Passt es mir noch?
  • Würde ich es wieder kaufen?

Nun kommen die bereitgestellten Behälter oder Tüten zum Zuge. Lege alles, was du nicht behalten willst bzw. nicht in diese Schublade gehört in diese Behälter. Wie es für dich Sinn ergibt, kannst du nach folgenden Kriterien sortieren:

  • Abfall: Allgemeinmüll, Recycling
  • Spenden/Verschenken/Verkaufen: Dinge, die wirklich noch gut und schön sind
  • Raum/Schubladenwechsel: Dinge, die woanders hingehören
  • Projekte: Dinge, die du zum Beispiel reparieren möchtest, um sie dann wieder zu benutzen
  • Unschlüssig: Entscheidung später treffen

Die Vielleicht-Kiste

Die Entscheidung «kann etwas weg oder bleibt es bei mir» ist nicht immer leicht. Nicht ohne Grund sammeln sich oft so viele Dinge ein einem Haushalt an.

Wenn du dir also nicht sicher bist, habe ich eine Idee für dich. Lege alle Dinge, bei denen du dir nicht sicher bist, in eine Kiste und stelle diese ausser Sichtweite, zum Beispiel in den Keller oder die Garage. Mach dir einen Reminder, diese Entscheidung in ca. drei Wochen zu treffen. Nach Ablauf dieser Frist versuchst du dich zu erinnern, was in der Kiste ist und überlegst, ob du es vermisst hast. Dies kann enorm bei der Entscheidung helfen, Dinge loszulassen. Wenn du nicht einmal mehr die Dinge aufzählen kannst, welche in dieser Kiste sind, benötigst du sie meist auch nicht mehr.

Aber ACHTUNG: Diese Methode soll dich nicht dazu verführen, die Dinge für irgendwelche Eventualitäten im Keller zu verstauen.

Emotionen hindern uns am Loslassen

Der Ausmistprozess kann, je nachdem was für Gegenstände du dir vorgenommen hast, sehr anstrengend und emotionsgeladen sein. Ich denke die Besteckschublade ist darum ein gutes Startprojekt. Hier müssen nicht allzu viele Entscheidungen getroffen werden. Doch auch hier kann natürlich das geerbte Silberbesteck von Oma viele Emotionen hochkommen lassen.

Vielleicht gefällt es dir aber gar nicht, ist sehr pflegeaufwendig und wird daher eh nie verwendet. Ausserdem benötigt es sehr viel Platz im Küchenschrank, der besser genutzt werden könnte. Und trotzdem fällt die Entscheidung es wegzugeben schwer.

Oft gibt es sehr hübsche und kreative Ideen, was wir aus «unbeliebten» Erinnerungsstücken machen können, sodass sie uns wieder Freude bereiten.

Kleine Idee für dieses Beispiel: Macht eine kleines Fest, benutzt das Besteck ein letztes Mal, macht schöne Fotos und danach verkauft ihr es, spendet es oder schmelzt es ein und lasst euch ein schönes Schmuckstück draus machen.

In meinem Blogartikel EMOTIONALE DINGE AUSMISTEN: WAS TUN MIT DEN ERINNERUNGSSTÜCKEN? findest du weitere konkrete Ideen, was du mit deinen schönen Erinnerungsgegenständen anstellen kannst.

Schritt #5: Einräumen und Strukturieren

Nun kannst du schon ganz stolz auf dich sein. Du hast dich von unnötigem Ballast getrennt und nachdem du die Schublade nun noch schnell sauber machst, kannst du dich dem Einräumen zuwenden.

Überleg dir nun genau, was du wo in der Schublade haben möchtest. Was ist für dich praktisch im Alltag, was ergibt Sinn? So legst du Dinge, welche du mehrmals täglich benötigst, weiter nach vorne und andere eher nach hinten. Überlege auch, wie die Zugänglichkeit für die Kinder sein soll.

Wichtig, jedes Teil soll sein eigenes Zuhause in dieser Schublade haben. Also schmeiss nicht alles einfach querbeet in die Schublade, sondern benutze Ordnungshelfer wie Schalen, Schubladentrenner, kleine Boxen, etc.

Grundsätzlich kannst du Dinge nach folgenden Punkten anordnen:

  • Nutzung: was benötigst du oft, was weniger oft
  • Anwendungszweck
  • Farbe
  • Grösse
  • chronologisch
  • alphabetisch
  • Anlass
  • Saison

Schritt #6: Dauerhaft Ordnung halten

Mit einmal Ausräumen, Ausmisten und neu ordnen ist es nicht für immer und ewig getan. Nimm deine Schränke und Schubladen immer mal wieder unter die Lupe und prüfe, ob noch alles den praktischen Anforderungen entspricht. Wenn du dies regelmässig machst, wird dieser Prozess auch nicht mehr so viel Zeit in Anspruch nehmen und du wirst die Schritte routiniert und mit Freude durchgehen.

Fazit

In diesem Artikel habe ich dir gezeigt, wie du in 6 Schritten nachhaltige Ordnung schaffen kannst. Du kannst diese Methode auf alle Bereiche anwenden. Starte dabei klein und trau dich nach und nach an grössere Projekte heran.

Das Ausmisten und Loslassen kann sehr befreiend sein und die neu gewonnene Ordnung hilft uns im Alltag den Überblick zu bewahren und auch unser Konsumverhalten zu überdenken.

Nun bist du an der Reihe, probiere es aus! Berichte mir doch in den Kommentaren, wie es funktioniert hat. Ich bin gespannt!

Richtig aufräumen
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