Entrümpeln ist nicht immer ganz so einfach. Besonders bei Gegenständen, die einen emotionalen Wert für uns haben, fällt die Entscheidung oft schwer. An jeder Ecke stossen auf Erinnerungsstücke. Dies können Souvenirs aus vergangenen Urlauben sein, Relikte vergangener Beziehungen, Andenken an Verstorbene, Kinderzeichnungen, Jugendfotos, Erinnerungsstücke von bedeutsamen Ereignissen und vieles mehr.
Bereits in meinem Blogartikel Ausmisten: 7 Stolpersteine und wie du sie überwindest habe ich genauer beleuchtet, weshalb es so komplex ist, sich von emotionalen Gegenständen zu trennen und habe praxisnahe Herangehensweisen vorgestellt, um diese Hürde zu meistern.
In diesem Beitrag hingegen, möchte ich dir konkrete Ideen geben, was du mit deinen schönen Erinnerungsgegenständen anstellen kannst.
Doch warum ist es überhaupt sinnvoll, sich von Erinnerungsstücken zu lösen und diese auszumisten?
Das Problem mit den Erinnerungsstücken
Platzprobleme
Wie bereits erwähnt, Erinnerungsstücke befinden sich überall. Und es werden immer mehr. Grosse und kleine Gegenstände sammeln sich an und benötigen in der Summe viel Platz.
Beeinträchtigen dein Wohlbefinden
Erinnerungen sind nicht immer positiv. Gegenstände, die negative Gefühle in dir hervorrufen, jedes Mal wenn du sie siehst oder anfasst, tragen nicht zu deinem Wohlbefinden bei! Unnötige Erinnerungen an schmerzhafte und unschöne Zeiten können dich sehr belasten. Deiner selbst zuliebe solltest du dich von diesen Gegenständen lösen und deine emotionalen Wunden heilen lassen.
Hemmen deine persönliche Weiterentwicklung
Es kann sein, dass dich Gegenstände aus der Vergangenheit daran hindern, im Hier und Jetzt zu leben. Sie halten dich regelrecht in der Vergangenheit gefangen und es fällt dir schwer, dich auf die Gegenwart und Zukunft zu konzentrieren. Dinge die früher einmal zu dir und deinem Leben gepasst haben, müssen das heute und in Zukunft nicht zwangsläufig auch tun. Erkenne dies, lass los und mache Platz für neue Erinnerungen.
Verursachen Schuldgefühle
Geschenke oder Erbstücke scheint oft unangebracht. Doch was bringt es dir, wenn diese Dinge im Verborgenen verstauben? – Ich sage es dir: Du plagst dich jedes Mal mit deinem schlechten Gewissen herum, weil du die Gegenstände nicht verwendest oder sie dir nicht gefallen. Doch die Person, die sie dir geschenkt hat oder die dich mit ihnen verbindet, wird keinen Schaden nehmen, wenn du dich dazu entscheidest, sie auszusortieren.
Wenn du also wie im Artikel Ausmisten: 7 Stolpersteine und wie du sie überwindest beschrieben, bereits festgelegt hast, wertvollen guten Erinnerungsgegenstände bleiben dürfen, steht nun die Entscheidung an, auf welche Weise du sie aufbewahren möchtest.
6 Möglichkeiten, Erinnerungsstücke und Andenken auf wertschätzende Art aufzubewahren
1. Gib ihnen einen schönen Platz
Ehre deine kostbaren Erinnerungsstücke, indem du ihnen einen angemessenen Platz in deinem Zuhause zuweist. Auf diese Weise kannst du sie täglich betrachten und dir das wundervolle, erfüllende Gefühl in dir aufnehmen, dass sie dir schenken. Ein Foto, dass dich an einen besonders glücklichen Moment erinnert, könnte zum Beispiel gerahmt und aufgehängt werden. Ein besonderes Souvenir aus deiner Hochzeitsreise könnte als Dekoration im Schlafzimmer dienen.
Beachte jedoch: sei selektiv bei Souvenirs und Dekorationsstücken. Wähle ganz bewusst nur ein paar wenige aus.
2. Nutze den Gegenstand
Den geerbten Goldring deiner Grossmutter könntest du tragen. Es wäre doch zu schade, ihn in einer Schachtel verstauben zu lassen. Gleiches gilt für anderen Gegenstände, die zur Benutzung gedacht sind. Nutze sie!
3. Erstelle einen Erinnerungs-Ordner oder ein Erinnerungs-Tagebuch
Überlege, ob du Erinnerungsgegenstände unbedingt physisch behalten und verstauen willst, oder ob ein Foto von dem Gegenstand eine Alternative darstellt. So behältst du einen visuellen Auslöser für deine Erinnerung, ohne dass der Gegenstand wertvollen Platz beansprucht. Grundsätzlich kann es helfen, Erinnerungsstücke zu fotografieren, bevor du sie loslässt. So behältst du eine Art Back-Up da 😉
Du könntest dir dann einen digitalen oder physischen Ordner anlegen, in welchem du Erinnerungen ablegst und mit Text bestückst. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Eine weitere Idee ist ein Erinnerungstagebuch, in dem du fortlaufend sehr besondere Augenblicke fotografisch dokumentierst und kurz beschreibst.
4. Bewahre die Erinnerungsstücke in einer Box auf
Sorgfältig ausgesuchte Erinnerungsstücke könntest du in einer schönen Box oder Kiste aufbewahren. Ich persönlich habe beispielsweise eine Hochzeitskiste angelegt, in der sich Glückwunschkarten, die Menükarte und andere kleine Gegenstände befinden. Jedes Jahr am Hochzeitstag holen wir diese Kiste hervor und erinnern uns an diesen wunderbaren, für uns perfekten Tag.
Es gibt verschiedene Ansätze für solche Kisten. Du könntest Boxen für einzelne Personen erstellen, zum Beispiel eine Box für jedes Kind. Oder du könntest Boxen für besondere Ereignisse anlegen, wie Hochzeiten, Geburtstage oder Urlaube.
Grössere Erinnerungsstücke, die nicht in die Kiste passen, könntest du fotografieren und nur das Foto in der Kiste aufbewahren.

Diese Kisten oder Boxen bewahrst du dann an einem vor Feuchtigkeit geschützten Ort auf. Achte darauf, den Inhalt bewusst zu begrenzen. Diese Behälter sollen nur die kostbarsten und schönsten Erinnerungsstücke enthalten. Stelle sie dir wie einen Schatz vor. Nimmst du ihn hervor, nimmt er dich mit auf eine wundervolle Reise in die Vergangenheit. Und genau das rate ich dir auch. Hole diese Kisten ab und zu heraus und erfreue dich daran. Du könntest dann jedes Mal überprüfen, ob alle darin enthaltenen Gegenstände wirklich noch eine Bedeutung haben oder ob du weitere Dinge ausmisten möchtest.
5. Verarbeite die Erinnerungsstücke
Es gibt so viele kreative Möglichkeiten, wie du unterschiedlichste Erinnerungsstücke noch weiterverwenden kannst und ihnen neues Leben einhauchen kannst.
Im Laufe meiner Recherchen bin ich auf folgende Ideen gestossen:
- Kinderzeichnungen lassen sich wunderbar digitalisieren und ein Album oder ein Wandbild davon drucken
- Die liebste Kinderzeichnung könnte sogar zu einem neuen Kuscheltier werden
- Dein Hochzeitskleid kann zu einem Taufkleid umgenäht oder gespendet werden. Oder man kann Abschiedskleider oder Bettchen für zu früh geborene, stillgeborene oder verstorbene Kinder herstellen lassen
- Deine Muttermilch könnte zu einem wertvollen Schmuckstück verarbeitet werden, das dich an die Stillzeit erinnert
- Aus Pullovern oder T-Shirts könnten Kissenbezügen oder Decken genäht werden
- Aus gesammelten Muscheln vom Strandurlaub könnte ein Wandbild entstehen
⬇️ Kennst du weitere schöne Ideen, schreib sie mir unbedingt in die Kommentare dann kann ich die Liste noch erweitern
6. Verschenken
Erinnerungs- oder Erbstücke, die dir nicht mehr gefallen, könnten anderen Menschen Freude bereiten. Warum also nicht verschenken? Du machst einen anderen Menschen glücklich und fühlst dich selbst befreit.
Fazit
Beim Ausmisten und Loslassen von Gegenständen mit emotionalem Wert geht es nicht allein darum, wieder mehr Platz zu gewinnen. Vielmehr geht es darum, Raum zu schaffen für neue Erfahrungen und Begegnungen.
Spüre beim Ausmisten also genau, welches Gefühl die Erinnerungsstücke in dir auslösen und wäge ab, ob sie für dich bedeutsam genug sind, um ihnen einen festen Platz zu geben. Wähle mit Bedacht die wertvollsten Stücke aus und bewahre sie ehrwürdig auf.
Vergiss niemals: Die Erinnerungen an eine Person, ein Erlebnis oder eine Zeit werden nicht allein durch einen physischen Gegenstand aufrecht erhalten. Erinnerungen leben in deinem Gedächtnis und in deinem Herzen fort.

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